Die Königin der Reben im
Deutschen Weinbau

Der Riesling ist prädestiniert für die Devon-Schiefer-Steillagen der Mosel.

Verbreitung

Eigenartig ist es ja schon, das gerade der spätreifende Weiße Riesling seine größte Verbreitung in den nördlichen Anbaugebieten gefunden hat. Deutschland besitzt somit den größten weltweiten Anteil an Rieslingrebfläche. Aber auch im Elsaß, in Österreich, Südtirol, der Schweiz und sogar in den "neuen" Anbaugebieten von Kalifornien, Australien, Südafrika sowie Chile und Neuseeland kann man den Riesling wiederfinden, wenn auch nicht als eine bedeutende Rebsorte dieser Länder. Jedoch seine einzigartige Eleganz, die Frucht und Saftigkeit von Citrus, Pfirsich, Ananas und seine mineralischen Geschmacksnuancen erlangt er nur in den Schiefer-Steilhängen an Mosel-Saar-Ruwer. Nicht zuletzt die Kleinklimaten bestimmter Einzellagen (Wehlener Sonnenuhr), die skelettreichen Böden und die Liebe der Weinbauern zu Ihrem Riesling verleihen dieser Rebsorte Ihren internationalen Ruhm und ein Potential von trockenen bishin zu edelsüßen Kredenzen.

Herkunft und Name

Mit absoluter Bestimmheit ist die Herkunft des Weißen Rieslings nicht geklärt. Einerseits vermutet man, daß der Riesling eine gewisse Ähnlichkeit mit einer vom römischen Schriftsteller Plinius (23-79 n. Chr.) beschriebenen Rebsorte habe (ammineische Rebe); andererseits sollen wir sie König Ludwig dem Deutschen (843-876) verdanken, der sie erstmals am Rhein kultivieren ließ.

Genau wie die Herkunft ist auch die Entstehung des Sortennamens nicht präzise geklärt. Im Jahre 1430 wird in einer Urkunde von einem Ruslingwingarten bei Worms berichtet; in einer jüngeren Urkunde der gleichen Gegend von 1511 erscheint der Name Rissling. Ob nun der Sortenname von der rissigen Borke oder der Eigenart dieser Rebsorte bei schlechter Witterung eine ausgeprägte Blüteempfindlichkeit (Verrieseln) zu besitzen, wird wohl ungeklärt bleiben.
Geller-Steffen Riesling aus besten Steillagen der Mittelmosel
[Grafik riesling_austrieb]
Austrieb einer Rieslingrebe
Der Riesling stellt an seinen Standort höchste Ansprüche und erlangt nur bei ausreichender Wärme ein Lesegut in Vollreife.
[Grafik riesling_bluete]
Blühender Riesling
Da sich die Schieferlagen der Mosel tagsüber rasch erwärmen und in den Nachtstunden die gespeicherte Wärmeenergie wieder abgeben, liegt in dieser Tatsache das Reifepotential trotz der nördlichen Lage begründet. Voraussetzung sind jedoch Rebhänge mit Süd-Südwest-Exposition und ausreichender Wasserversorgung und einer konsequenten Ertragsrücknahme am Rebstock.
[Grafik riesling_beeren]
Rieslingtraube im August